Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

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Traditionelle Chinesische Medizin (TCM). Was ist das?

Die Chinesische Medizin umfasst die heilkundliche Theorie und Praxis von der vormedizinischen Heilkunde des 1. Jahrtausends v. Chr. bis zur heutigen Medizin in China.[1]

Die heilkundlichen Theorien und Praxis der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden seit mehreren Tausend Jahren (1. Jahrtausends v. Chr.) angewendet. Sie ist ein typisches Beispiel für ein alternatives Medizinsystem so wie wir es in Deutschland kennen. Sie unterscheidet sich stark von der Schulmedizin, scheint aber trotzdem eine sinnvolle Ergänzung zu sein. Im deutschen Gesundheitswesen sind einige Anteile der TCM inzwischen weit verbreitet und werden zum Teil auch von den Krankenkassen unterstützt. [2]

Wirkung & Durchführung

Ist die Harmonie beider Seiten gestört, kann eine Krankheit entstehen, denn Qi, die Lebensenergie, entsteht aus dem Wechselspiel zwischen Yin und Yang. Qi fließt auf bestimmten Energiebahnen (Meridianen) durch den Körper. Nur wenn dieser Fluss im Körper frei ist, ist der Mensch gesund.
Was ist anders und die wie wirkt sie? Die Lehren des Taoismus und des Konfuzius über die richtige Lebensführung bilden die philosophische Basis der TCM. Yin und Yang sind hierbei 2 untrennbaren Seiten. Yin werden die Eigenschaften wie weiblich, weich, innen, unbewusst zugeordnet, Yang dagegen männlich, hart, außen, bewusst.

Das Yin-Yang Symbol

Wie kann ich das Qi beeinflussen?

Alles was tag täglich auf Dich einwirkt, stärkt oder schwächt das Qi. Als krankmachende Faktoren gelten in der TCM extreme Klimabedingungen, mangelnde oder übertriebene Hygiene, außerordentliche Gemütsbewegungen, eine unnatürliche Lebensweise, Mangel an geeigneter Nahrung sowie Bewegungsmangel. Hierbei spielt der Einfluss der 5 Elemente Wasser, Holz, Feuer, Erde und Luft eine entscheidende Rolle.

Die TCM befasst sich mit Organ- und Funktionskreisen, die sich von unserer westlichen Kenntnis der Organe unterscheidet. Diese Organkreise werden immer paarweise Yin und Yang zugeordnet, sie stehen in ständiger Wechselwirkung und sind nicht vollständig abgrenzbar. So gehört z.B. die sprechende Zunge zum Organkreis des Herzens, während die schmeckende Zunge zum Organkreis des Magens gehört. Der Organkreis Lunge umfasst nicht nur das Atmen, sondern auch das Riechen.

Die Untersuchung in der TCM erfolgt lediglich mit Hilfe der normalen Sinneswahrnehmung und einer ausführlichen Befragung des Patienten. Besonderes Gewicht hat hierbei die Zungen- und Pulsdiagnose.

Diese Behandlungsmethoden gibt es:

Die TCM-Behandlung versucht, das verlorene Gleichgewicht der Kräfte im Körper wiederherzustellen. Dazu gibt es mehrere Behandlungsmethoden:

Phytotherapie/Kräutermedizin

Frischer aufgebrühter Tee

Die Medikamente in der chinesischen Medizin bestehen aus einer individuell abgestimmten Zusammenstellung verschiedener Heilkräuter, Mineralien und tierischen Substanzen, abgestimmt auf die Symptome des einzelnen Patienten. Die Kräutermischung wird als Tee oder als Pulver/Granulat oder in Form von Kapseln/Tabletten für den Patienten zusammengestellt. Danach kann die Kräutermischung bei Bedarf selbst zubereitet oder aufgekocht werden.

Akupunktur

Den meisten ist diese Behandlungsmethode bereits bekannt. Die Akupunktur.

Hierbei werden an spezifischen und nach der einer individuellen Therapie ausgesuchten Stellen des Körpers sterile, hauchdünne Stahlnadeln gesetzt, die bis zu dreißig Minuten lang im Körper verbleiben. Die Wirkung kann durch Bewegung der Nadeln noch verstärkt werden.

Ohrakupunktur

Akupunktur an den Ohren? Kling komisch, aber: Auf der Ohrmuschel wird der gesamte Körper des Menschen in Reflexzonen repräsentiert, können dort eine Vielzahl von Erkrankungen über die Ohrakupunktur behandelt werden. Die Kosten werden in einigen Fällen von den gesetzlichen Krankenkassen teilweise oder sogar ganz übernommen.

Moxibustion

Beifuß als Moxakraut

Zur Optimierung des Qi-Flusses werden bestimmte Akupunkturpunkte oder kalte Körperareale schmerzfrei erwärmt. Das Erwärmen erfolgt über Hitze, die in unterschiedlicher Form vom Abbrennen des Moxakrauts stammt. Hierbei wird getrockneten Beifuß verwendet, eine Heil- und Gewürzpflanze, die langsam und gleichmäßig abbrennt und eine milde und tiefenwirksame Wärme erzeugt

Osteopathie

Die Osteopathie ist eine sanfte Methode der manuellen Medizin. Mit ihr ist es möglich Störungen im Körpergefüge wie beispielsweise Schmerzsyndrome manuell zu behandeln, also mit den bloßen Händen des Behandlers.

Qigong

Frau bei Atemübung

Meditative Atem- und Bewegungsübungen.

Tuina

Tuina ist eine Art Massage verstanden werden, bei der die Energiebahnen (Meridiane) des Körpers mit milder bis starker Kraft mit den Händen beeinflusst werden. Dies geschieht durch Kneten, Drücken, Klopfen oder andere spezielle manuelle Techniken. Die Massage soll die Qi – und Blutzirkulation im Körper anregen.

Ernährungslehre und Lebensstil

Eine weitere Behandlungsmethode stellt die Ernährungsberatung dar. Hierbei werden die bisherigen
Ernährungsgewohnheiten des Patienten entsprechend der vorliegenden Störung analysiert und gegebenenfalls im Sinne einer energetisch ausgeglichenen Ernährung nach den Prinzipien von Yin und Yang  (Wandlungsphasen: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser) angepasst. Danach wird eine bewusste Auswahl von Lebensmitteln zusammengestellt, die die Gesundheit fördern und einen Beitrag zur Heilung leisten.

Ziel der TCM Behandlung

Der TCM zufolge können Krankheiten behandelt werden, die noch nicht zu weit fortgeschritten sind, rein psychischer Natur sind oder keine Organe zerstört haben. Operationen werden hierbei nicht durchgeführt. In der Praxis wird die chinesische Medizin meist bei einfachen Beschwerden, wie funktionelle Störungen oder chronischen Krankheiten angewendet. Bei schweren Organerkrankungen wird sie gerade in der westlichen Welt ergänzend zur konventionellen Schulmedizin eingesetzt.

Wer kann in Deutschland als TCM Arzt praktizieren?

Um praktizieren zu können benötigt man die Approbation als Arzt oder Heilpraktiker. Ein weiterer Fall für die Praxistätigkeit tritt ein, wenn ein Arzt oder Heilpraktiker unter seiner Aufsicht und Verantwortung dem TCM-Praktiker den Auftrag erteilt, dann zumeist als Angestellter in dessen Praxis. [3]

Gibt es Zertifizierungen? Woran erkenne ich einen guten TCM Arzt.

Ja, es gibt einige Zertifizierungen, diese sind jedoch nicht einheitlich kategorisiert. Um in Deutschland als Arzt TCM praktizieren zu können, ist ein Minimum von rund 200 Lehrstunden vorgeschrieben. Die können auch in Heilpraktikerschulen absolviert werden. Teilweise jedoch bis zu 700 Stunden. Immer mehr Ärzte schließen ihre Fachausbildung auch in China oder Taiwan ab. Diese unterschiedlichen Qualifizierungsgrade und eine fehlende Standardisierung im Sinne eines Ausbildungsplans machen die Wahl des Therapeuten daher nicht einfach. Informiere Dich daher vorher gut über die Ausbildung des TCM Therapeuten.

Kann ich mir selbst helfen? 

Die Ausbildung ist berechtigt, komplex erfordert viel Praxis. Aber jeder kann sich auch im Kleinen selbst behelfen indem er ein paar Grundregeln befolgt. Wenn du dich für die Ernährung nach TCM (= 5-Elemente-Ernährung) interessiert aber nicht genau, wie das geht, dann möchte ich dir ein paar Tipps mitgeben:

Vorab: Die TCM Ernährung ist nicht kompliziert! Und es hat auch nichts mit chinesischem Essen zu tun. Hier ein paar Grundlegende Praxistips:

Verwende frische Lebensmittel die saisonal angeboten werden

Schaue beim Einkauf auf einheimisches Gemüse und Obst. Frisch bedeutet, dass du Fertigprodukte und Industriekost so gut es geht meidest. Achte Desweiteren drauf, dass du z. B im Winter versuchst auf Zitrusfrüchte verzichtest. Berücksichtige aber trotzdem eine ausreichende Mikronährstoffversorgung.

Ein gekochtes Frühstück

Die Erklärung liegt in der Organuhr, nach der jedes Organ 2 Stunden am Tag seine energetische Hochzeit hat. In dieser Zeit funktioniert es am besten.

Magen und Milz, die in der TCM für die Verdauung zuständig sind, haben ihre Hochzeit am Morgen. Genauer gesagt von 7 bis 9 Uhr (Magen) und von 9 bis 11 Uhr (Milz).

Die Organuhr mit ihren energetischen Hochzeiten

Darum kann dein Körper ein Essen um diese Zeit auch optimal umwandeln. Verstärkt wird dieser Effekt durch Kochen, das Frühstück einfacher verdaubar macht und dein Verdauungsfeuer gut anregt.

Idealerweise isst du dein gekochtes Frühstück also vor 9 Uhr, damit die Milz danach ausreichend Qi herstellen kann. Und Qi gibt dir Energie!

Achte auf deine Verdauung

Die Verdauung ist nach TCM die Wurzel der Gesundheit.

Bei Krankheiten und Beschwerden ist es deshalb wichtig, die Verdauungskraft zu optimieren

Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, breiiger Stuhl oder Sodbrennen sind nach TCM ernstzunehmende Hinweise auf ein energetisches Ungleichgewicht im Körper. Wenn sie über längere Zeit ignoriert werden, entstehen daraus Krankheiten.

Deshalb ist eine gute Verdauung auch wichtig zur Prävention von Krankheiten. Bei Verdauungsproblemen kann eine vorgekochte Mahlzeit helfen. Iss daher mindestens 2 gekochte Mahlzeiten am Tag, gerne auch mehr! Besonders bei schwacher Verdauung wirst du sehr davon profitieren.

Iss nur, was dir schmeckt!

Dieser Tipp ist unser Lieblingstipp!

Oft erzählen uns Menschen, dass sie mit Widerwillen “gesunde” Nahrungsmittel essen, die ihnen so überhaupt nicht schmecken. Das ist eine komische Relation, die da in den letzten Jahrzehnten entstanden ist: Gesundes Essen kann nicht gut schmecken!

Unser Körper zeigt uns ganz natürlich was Ihm gut bekommt. Genuss ist nach TCM wesentlich dafür, dass die Verdauung gut funktioniert. Deshalb ist es kontraproduktiv, etwas zu essen, das dir nicht schmeckt und dein Körper mit Blähungen oder Magenschmerzen reagiert.

Das gilt auch für die “kleinen Sünden” zwischendurch: Jede/r von uns hat Zeiten, in denen er oder sie der Schokolade oder dem Rotwein verfällt. In Maßen können diese Dinge gesundheitsfördernd wirken.

FAZIT:

Die TCM basiert auf einem Jahrtausend alten, naturnahen Ansatz und betrachtet den Menschen als ganzheitliches Wesen, welches aus Körper, Seele und Geist besteht. Mit Hilfe der TCM lassen sich sowohl körperliche und mentale Beschwerden und Erkrankungen präventiv und akut behandeln. Aufgrund des tiefen Wissens um den Menschen ist die TCM in der Lage, vielfältige Erkrankungen auf unterschiedlichste Methoden ganzheitlich zu behandeln.

Einige Informationen dieses Beitrags stammen von sorfältig recherchierten Webseiten. Hier eine Liste der Quellen und weitere tolle Artikel zu Immunsystem. Klick auch hier mal rein:

Quellen:

[1] Paul U. Unschuld: Chinesische Medizin. 2005, S. 243 f.

[2] https://www.internisten-im-netz.de/fachgebiete/komplementaermedizin/naturheilkundliche-alternative-verfahren/traditionelle-chinesische-medizin.html

[3] https://www.phytodoc.de/naturheilkunde/tcm/traditionelle-chinesische-medizin-weit-mehr-als-akupunktur

 

 

 

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