Geschichte

Schwefelgase im Zuge vulkanischer Aktivität

MSM ist die Abkürzung für Methylsulfonylmethan, eine organische Schwefelverbindung aus Schwefel und Methylgruppen.  Sie kommt von Natur aus in pflanzlichen, tierischen und menschlichen Organismen vor. Bereits vor 130 Jahren entdeckten russische Wissenschaftler Methylsulfonylmethan (MSM) [1]. Es ist eine natürlich vorkommende Form von organisch gebundenem Schwefel, die man in unterschiedlichsten Konzentrationen im menschlichen Organismus nachweisen kann. In den 60er Jahren entwickelte Professor Dr. med. Stanley Jacob (1924 -2015 erfolgreich eine Methode, MSM aus Pflanzen zu extrahieren: Mithilfe eines speziellen Kristallisierungsverfahrens gelang es ihm erstmals reinen und aktiven organischen Schwefel zu gewinnen. Professor Dr. med. Stanley Jacob war ein amerikanischer Wissenschaftler, der fast fünf Jahrzehnte an der Universität von Oregon (Oregon Health Sciences University, Portland, USA) lehrte [2].

Physiologische Bedeutung

Methylsulfonylmethan (MSM) wird meist als Nahrungsergänzungsmittel für Menschen und Tiere, insbesondere Pferde, angeboten. Es soll einen Mangel an Schwefel im Organismus ausgleichen. In der Ratgeberliteratur wird dem Stoff eine Vielzahl verschiedener Wirkungen zugesprochen, beispielsweise eine Förderung der Kollagenbildung, eine Stärkung des Immunsystems oder die Unterstützung der Darmfunktion [3]. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat in einer Stellungnahme diese und andere behauptete gesundheitliche Wirkungen als wissenschaftlich nicht belegt gewertet, mit jenen im Zusammenhang mit MSM zugeschriebenen Wirkungen dürfe daher nicht geworben werden [3]. Schwefel ist ein essenzieller Bestandteil des Körpers. Obwohl mit der Nahrung ausreichend Schwefelspender aufgenommen werden, besteht in bestimmten Situationen (z.B. extremer Sport, Erkrankungen) ein erhöhter Bedarf an der Zufuhr von Schwefel. Methylsulfonylmethan (MSM) ist ein Schwefelspender aus der Nahrung [4].

MSM wird aufgrund seiner hohen Bioverfügbarkeit gut von den Darmschleimhautzellen aufgenommen und gelangt dadurch schnell in den Blutkreislauf.

Wirkung von MSM:

Untersuchungen außerhalb des Organismus [5]:

  • Antientzündliche Wirkung

MSM hemmte verschiedene Botenstoffe der Entzündung

  • Antioxidative Wirkung

MSM hemmte die Bildung freier Sauerstoffradikale

  • Antikanzerogene Wirkung

MSM kann dosisabhängig das Wachstum verschiedener Lebertumorzellen hemmen (HepG2, Huh7-Mock und Huh7-H-ras)

  • Wirkung auf den Knochenstoffwechsel

MSM stimuliert die Expression knochenaufbauender Marker-Gene und die Mineralisierung mesenchymaler Stammzellen

Wichtig: Diese Wirkungen sind noch nicht beim Menschen nachgewiesen, sondern im Labor außerhalb des menschlichen Organismus anhand von Versuchen.

Untersuchungen am Tier:

Tierversuche bestätigen die Plausibilität der Anwendung von MSM bei altersbedingter Arthrose oder experimentell erzeugter Arthrose oder Arthritis. MSM wurde bei Erkrankungen des Bewegungsapparats als Monotherapie oder als Kombinationstherapie eingesetzt. Die klinischen Studien weisen auf eine Besserung der Beschwerden, besonders in Kombination mit anderen Antiarthrose-Präparaten hin. Obwohl klinische Studien noch fehlen, weisen Tierversuche auf einen erfolgsversprechenden Einsatz bei Krebskrankheiten, Zuckerkrankheit und hohen Blutfetten hin. Tierversuche weisen auch auf die organschützende Wirkung des MSM nach Gabe von Schadstoffen und auf eine Besserung bei experimentell erzeugter Darmentzündung hin.

Was ist DMSO?

DMSO ist die Kurzbezeichnung für Dimethylsulfoxid. Es bildet chemisch den Ausgangsstoff von MSM und gehört somit zu den organischen Schwefelverbindungen. DMSO wird durch unseren Magen in MSM umgewandelt. Man bezeichnet MSM deshalb als „Metabolit“, ein Zwischenprodukt, das durch den körpereigenen Stoffwechsel entsteht. Dimethylsulfit ist zudem ein Nebenprodukt der Holzindustrie, welches dort als chemisches Lösungsmittel eingesetzt wird. In hoher Konzentration wirkt es toxisch, in geringer (medizinischer) Konzentration gilt es jedoch als unbedenklich. In den in den USA wurde in den 1960ern DMSO intensiv untersucht, teilweise sogar in Selbstversuchen. Es stellte sich heraus, dass DMSO gegen Schmerzen wirken, das Bakterienwachstum reduzieren, die Blutversorgung verbessern und Schwellungen abmildern. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass die Wirksamkeit anderer Substanzen erhöht werden kann. Inzwischen gibt es eine Reihe internationaler wissenschaftlicher Studien bezüglich der Wirkung von DMSO. Die Erfolge, die durch diese Studien angedeutet sind, erklären den Optimismus hinsichtlich der therapeutischen Wirkung von MSM.

MSM-reiche Lebensmittel

MSM kommt in so gut wie allen Lebensmitteln vor. Als Tierische Quelle eignet sich Fisch, Käse und Quark. Gute pflanzliche Quellen sind Nüsse, Brokkoli und Reis.

Die Pflanzen schneiden im Vergleich sogar noch besser ab:

Feldsalat als natürliche Schwefel Quelle

MSM

MSM schädlich für Leber und Nieren?

In Tierexperimenten fanden sich keine Hinweise auf toxische Wirkungen größerer Mengen MSM. Planen Patienten, die sich in Behandlung befinden, größere Mengen MSM Pulver einzunehmen, empfiehlt es sich, vorher mit dem Arzt darüber zu sprechen [6].

MSM Dosierung

Generell unterscheidet sich die Dosierungsempfehlung je nach Einnahmegrund, Körpergewicht und Alter. Da es sich nicht um ein Arzneimittel handelt, gibt es keine genauen Vorgaben. Je nach Empfehlung des Produktherstellers kann das Pulver individuell dosiert nach dem altbekannten Löffelmaß eingenommen werden.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat MSM Pulver als Nahrungszusatz in Deutschland erlaubt. Dabei wird empfohlen die tägliche Verzehrmenge von 50 mg Methylsulfonylmethan nicht zu überschreiten. Im Internet und beiliegenden Produktbeschreibungen finden sich in der Regel weit höhere empfohlene Einnahmemengen; häufig liegen diese zwischen 0,5 und 8 g.

Die als FDA bekannte amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde der Vereinigten Staaten hat die Einnahme von Dosen unter 4,8 g pro Tag als unbedenklich eingestuft. [6]

Schwefelmangel und die Folgen

Schwefel wird zur Bildung von Glutathion benötigt. Im Gehirn, das als wichtigstes Organ für gewöhnlich von einem Nährstoffmangel verschont wird, lässt die Glutathion nach, wenn dem Körper nicht ausreichende Mengen an Schwefel zugeführt werden.

Dieser Mangel verschlechtert das Antioxidantien-Abwehrsystem. Unser Immunsystem benötigt Antioxidantien zur Entgiftung, um freie Radikale zu bekämpfen. Die Folge ist, dass wir anfälliger für Krankheiten und Infektionen sind, da Viren und Bakterien nicht mehr vollständig bekämpft werden können.

Neben der Anfälligkeit für Erkrankungen und Infektionen kann es zu folgenden Störungen kommen:

·        Kopfschmerzen und Migräne

·        Müdigkeit

·        Niedergeschlagenheit und Verstimmungen

·        Konzentrationsschwäche

·        Hauterkrankungen und Ausschlägen

·        Allergien

Man sieht das wir oxidativem Stress nicht mehr so gut standhalten können. Die Folge sind Beschwerden oder ernsthafte Erkrankungen. Wie oben bereits erklärt, ist Glutathion überlebenswichtig, für dessen Bildung der Körper ausreichende Mengen an Schwefel benötigt. Es ist zudem für den Erhalt gesunder Gelenke zuständig. Da der Körper das Gehirn priorisiert und die Knorpel in den Gelenken für das Überleben weniger wichtig sind, leiden sie in der Regel noch schneller und stärker an einem Schwefelmangel. Die Folge: Gelenkentzündungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit [7].

Kann man einen Schwefelmangel messen?

Nicht wirklich – Man kann aber anhand eines Aminogramm Rückschlüsse ziehen. Viele Ärzte und Labore bieten eine Messung auf Nachfrage an. Was ist ein Aminogramm? Darin werden alle für den Körper wichtigen Aminosäuren im Blut gemessen. Liegen die Aminosäuren Cystein und Methionin deutlich zu niedrig vor, könnte das für einen Schwefelmangel sprechen.

Wie entsteht ein MSM Mangel?

Wir müssen, Schwefel über die Nahrung zu uns zu nehmen. Der menschliche Körper ist nicht in der Lage, den essenziellen Stoff selbst herzustellen. Hier liegt auch die Ursache für einen Mangel. Betroffen sind aber meiste Menschen mit besonderem Lebensstil:

Hektischer Alltag und unausgewogene Ernährung

Das größte Problem besteht darin, dass es vielen Menschen in der heutigen Zeit aufgrund ihres hektischen alltags schwerfällt, sich ausgewogen zu ernähren. Sie greifen zu Fertigprodukten oder Fast Food. Dadurch werden dem Körper keine ausreichenden Mengen wichtiger Nährstoffe zugeführt. Es kommt zu einer Unterversorgung und die Gesundheit bleibt auf der Strecke [8].

Industrielle Verarbeitung der Lebensmittel

Die industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln ist nährstofftechnisch sehr kritisch. Durch das Verarbeiten geht ein großer Teil des darin enthaltenen Schwefels verloren. Unser Essen wird transportiert, gelagert, weiterverarbeitet und wieder ausgeliefert. Wer Eier, Milchprodukte und pflanzliche Schwefel-Lieferanten im nächsten Supermarkt kauft und nicht direkt beim Bauern kauft, dem gelingt es nicht immer, ausreichend große Mengen des Stoffes aufzunehmen. Transportwege, Lagerung und Weiterverarbeitungsverfahren schädigen dem Schwefel und anderen Nährstoffen.

Intensiver Sport

Sportler benötigen oft etwas mehr Eiweiß und Schwefel aus der Nahrung

Intensiver Sport kann zu einem erhöhten Eiweißbedarf führen. Somit steigt auch der Bedarf an Schwefel, denn Schwefel ist Bestandteil einiger Aminosäuren. Aus schwefelhaltigen Eiweißen bzw. Aminosäuren wird (gemeinsam mit anderen Aminosäuren) unser körpereigenes Eiweiß aufgebaut. Sogenannte Schwefelbrücken legen die räumliche Struktur sämtlicher Enzyme und Eiweiße fest. Fehlt Schwefel, ist diese Synthese des Körpereiweißes gestört. Die Folgen können Leistungsverlust und Schwächegefühl sein.

Wie wird ein Schwefelmangel behandelt?

Ein Schwefelmangel kann auf zwei Weisen ausgeglichen werden. Eine Möglichkeit ist es, die Ursache zu bekämpfen. Also kurz: Die Ernährung anzupassen. Das heißt, einen Schwefelmangel am besten gar nicht erst entstehen lassen. Da jedoch viele von uns um eine ausgewogene Ernährung bemüht sind und es dennoch nicht gelingt, täglich über 50 mg des Mengenelements einzunehmen, gibt es nur eine weitere Möglichkeit: Die Einnahme von MSM Präparaten.

Haut und Haare mit MSM verwöhnen

Auch die Haut kann Studien zufolge von der Einnahme von MSM profitieren, und zwar insbesondere in Kombination mit Silymarin, dem Wirkstoff der Mariendistel. Sogar bei unheilbaren Hauterkrankungen wie Rosacea oder Ichthyose (Fischschuppenkrankheit) kann Linderung erzielt werden. Dabei wird der Wirkstoff auch äußerlich durch Feuchtigkeitscreme aufgetragen. Symptome wie Juckreiz und Rötungen gingen in Humanstudien sichtlich zurück [12].

Gibt es Studien zu MSM?

Mariendistel in Kombination mit Schwefel erfolgreich gegen Hautkrankheiten

Es gibt erst wenige Humanstudien über die Wirkung von MSM. Auch sind die Studiengruppen für ein repräsentatives Ergebnis zu klein.

Für uns überzeugende Zwischenergebnisse der Forschung:

In einer Studie wurden 50 Patienten mit symptomatischer Osteoarthritis entweder mit herkömmlichen nicht-steroidalen Antirheumatika oder 3 Gramm MSM täglich behandelt. Beide Gruppen gaben nach einem Monat eine Verbesserung der Schmerzen an [9].

Viele weitere Studien wurden an Mäusen durchgeführt. Dort fanden Forscher heraus, dass die Mäuse mit der Autoimmunerkrankung Lymphoproliferatives Syndrom bei der Einnahme von MSM eine längere Überlebenszeit hatten [10].

Auch beim systemischen Lupus Erythematodes zeigte sich bei den Mäusen, die MSM im Trinkwasser zu sich nahmen, eine positive Wirkung. MSM kann hier die Entzündungsprozesse hemmen [11].

Fazit:

Die Bedeutung für den Menschen von MSM sind noch nicht vollumfänglich erforscht. Die Meinungen bei zusätzlicher Supplementation gehen teilweise stark auseinander, sodass schlussendlich der eigene Praxistest am sinnvollsten ist. Legal im Markt gehandelte Nahrungsergänzungsmittel sind sicher und auch bei langfristigem Verzehr nicht gesundheitsgefährdend, sodass Du dich gern ausprobieren darfst. Viele Menschen berichten von sehr guten Erfahrungen mit MSM Präparaten. Lass dich jedoch am besten von deinem Arzt oder Heilpraktiker beraten wie deine Ernährung langfristig für Dich und Deinen Lebensstil optimal ist.

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Weiteres wissenswertes und Angebote:

 

 

Quellen:
[1] https://www.klinik-st-georg.de/msm-methyl-sulfonyl-methan/

[2] https://idaplus.de/msm-gelenkbeschwerden-allergien/

[3] Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to methylsulphonylmethane (MSM) and contribution to normal collagen formation (ID 353, 388, 389, 394, 1695, 1741, 1874), maintenance of normal hair (ID 353, 1741, 1874), maintenance of normal nails (ID 1695, 1741, 1874), maintenance of normal acid-base balance (ID 387), “strengthens the immune system function” (ID 390), maintenance of normal bowel function (ID 391), contribution to the normal cysteine synthesis (ID 392) and “vitamin production needed for correct function of metabolism” (ID 393) pursuant to Article 13(1) of Regulation (EC) No 1924/2006. In: EFSA Journal. Band 8, Nr. 10, 19. Oktober 2010, S. 1746, doi:10.2903/j.efsa.2010.1746 (englisch)

[4] https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Addenda/Methylsulfonylmethan.pdf

[5] https://www.uniklinik-freiburg.de/fileadmin/mediapool/08_institute/rechtsmedizin/pdf/Addenda/Methylsulfonylmethan.pdf

[6] https://cara.care/de/behandlung/alternativ/msm-pulver/

[7] https://msm-handbuch.info/schwefelmangel/

[8] https://msm-handbuch.info/schwefelmangel/#was-sind-die-ursachen-fuer-schwefelmangel

[9] Kim, LS; Axelrod, LJ; Howard, P; Buratovich N; Waters, RF.(2005): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16309928 Efficacy of methylsulfonylmethane (MSM) in osteoarthritis pain of the knee: a pilot clinical trial In: Osteoarthritis Cartilage. 2006 Mar;14(3):286-294. DOI: 10.1016/j.joca.2005.10.003

[10] Morton JI; Siegel BV. (1986): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3489943 Effects of oral dimethyl sulfoxide and dimethyl sulfone on murine autoimmune lymphoproliferative disease. In: Proc Soc Exp Biol Med. 1986 Nov;183(2):227-230. PMID: 3489943

[11] Morton, J; Moore, R. (1986): Lupus nephritis and deaths are diminished in B/W mice drinking 3% water solutions of dimethyl sulfoxide (DMSO) or dimethyl sulfone (DMSO2). In: J Leukoc Biol 1986;40:322.

[12] Berardesca, E et al.: Combined effects of silymarin and methylsulfonylmethane in the management of rosacea: clinical and instrumental evaluation. 2008 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18254805

 

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