Geschichte

Bevor wir zu den Themen Calcium: Lebensmittel, Mangel und Nahrungsergänzung kommen, schauen wir uns zuerst die Geschichte an.

Calcium, in Deutschland auch Kalzium geschrieben, stammt von dem lateinischen Wort Calx ab und wird mit Kalk/ Kalkstein übersetzt. Benannt wurde es vom Chemiker Humphrey Davy, welcher es 1808 in England erstmals herstellte [1]. Das Element Ca ist mit der Ordnungszahl 20 in der 2. Hauptgruppe des Periodensystems gelistet.

 

Physiologische Bedeutung

Der Mineralstoff, welcher die größte Menge am menschlichen Körper ausmacht, ist Calcium. In unserem Organismus befinden sich ca. 20g/ kg Körpergewicht. Bei einem Erwachsenen sind demnach zwischen 1.000g-1.300g Calcium im Körper. 98% befinden sich in gebundener Form in den Knochen und Zähnen. Die restlichen 2% sind in freier Form im Blut, Interstitium und Zellen verteilt. Der über die Nahrung aufgenommen Mineralstoff wird zu 1/3, abhängig vom Vitamin D Spiegel, im Dünndarm resorbiert. Von dort aus gelangt es über das Blut zu den Knochen, wo ein Austausch stattfindet (Knochenumbau) [3]. Ein geringer Teil wird z.B. Über Speichel und Schweiß abgesondert, während das verstoffwechselte Calcium über den Harn und der nicht absorbierte Anteil über den Stuhl ausgeschieden wird [2].

 

Wie wirkt Calcium in unserem Körper?

  • Bekannteste Funktion ist der Aufbau von Knochen und Zähnen
  • Nach dem Aufbau ist es zur Erhaltung wichtig, da kontinuierliche Umbauprozesse stattfinden
  • Unbekannter ist die Aufgabe bei der Muskelkontraktion, wobei es als Signalträger unverzichtbar ist
  • Zusätzlich ist es noch an der Reizweiterleitung beteilig
  • Als Faktor IV ist es zudem an der Blutgerinnung beteiligt
  • Bestandteil von Proteinen wie der Natriumkanäle und Zellmembranen [2]

 

Welche Lebensmittel sind besonders calciumreich?

Calcium wird oft im Zusammenhang mit Milch diskutiert. Mit 125mg pro 100g liefert die Milch jedoch nicht so viel, wie einige pflanzliche Lebensmittel [5,6]

Feigen als natürliche Calcium Quelle

 

Wie hoch ist der Calcium Tagesbedarf und wovon ist er abhängig?

Die DGE unterscheidet bei der Empfehlung des Calcium Tagesbedarfs nicht nach dem Geschlecht, sonder hauptsächlich nach dem Alter. So beginnt der Bedarf bei einem Säugling (0 – 4 Monate) bei 220 mg pro Tag. In den folgenden Wachstumsjahren steigt der Calcium Bedarf, bis er im Alter zwischen 13 – 19 Jahren mit 1.200 mg pro Tag am höchsten ist. Danach fällt er in den folgenden Jahren auf 1.000 mg pro Tag ab. Stillenden Frauen über 19 Jahren wird erstaunlichweise keine erhöhte Tagesdosis zugesagt, während schwangeren Frauen über 19 Jahren 1.200 mg pro Tag empfohlen wird. Bei Osteoporose sprechen einige Mediziner von einer erhöhten Zufuhr. Dies sollte individuell mit einem Arzt besprochen werden [4].

 

Berechne Deinen individuellen Calcium Tagesbedarf

Woran kann ein Calcium Mangel erkannt werden?

Der Calcium-Serumspiegel sollte bei Erwachsenen zwischen 2,02 – 2,60 mmol/ l und bei Kindern zwischen 2,05 – 2,70 mmol/ l liegen. Bei einem Wert < 2,0 mmol/ l wird von der Hypokalzämie – Calciummangel – gesprochen. Ein Mangel kann durch eine zu geringe Aufnahme über die Nahrung, Medikamente, Probleme mit der Nebenschilddrüse, Nierenerkrankung oder einen Vitaminmangel verursacht werden. Bekannte Symptome sind Kribbeln (Kribbelparästhesien), Pfötchenstellung der Hände und Spitzfußstellung, Reflexsteigerung und psychische Veränderungen [2, 7]

 

Ein Mangel oft bei Vegetariern und Veganern?

Den ungefähren Calciumbedarf des Körpers können wir oben in der Tabelle ablesen. stellt sich die Frage, ob Vegetarier und Veganer ein größeres Risiko haben, zu wenig Calcium zu sich zu nehmen, da sie weniger Milch und Fleischprodukte essen.

Wie wir oben sehen werden, kann der Minimalbedarf und in den allermeisten Fällen auch die von der DGE empfohlene Zufuhrmenge mit pflanzlichen Lebensmitteln problemlos erreicht werden. Also kein Grund zur Panik.

Baut am besten möglichst viele potenzielle Calciumquellen in die tägliche Ernährung ein, um auf Nummer sicher zu gehen. Wenn Ihr ganz sicher sein wollt, könnt Ihr mittels einer Blutanalyse beim Arzt euren Calcium Wert messen lassen.

 

Ist eine Calcium Überdosierung möglich?

Ein Wert > 2,70 mmol/ l weißt hingegen auf Hyperkalzämie. Ursachen dafür können Probleme mit der Nebenschilddrüse, Knochenerkrankungen, bösartige Tumore und die Ernährung sein. Symptome können Übelkeit, Verstopfung, Ablassen größerer Urinmengen und psychische Veränderungen sein [2, 8, 9].

 

Lieber calciumreiche Lebensmittel oder Calcium Nahrungsergänzungsmittel?

Wenn du viele pflanzliche oder tierische Calciumlieferanten in deine Ernährung einbaust, dann sollte es dir keine Schwierigkeiten bereiten, deinen Bedarf auch ohne Tabletten und

Lebensmittel oder Nahrungsergänzung?

Co zu decken.

Auch wir sind der Meinung, dass Nahrungsergänzungsmittel keine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ersetzen kann. Doch die perfekte Ernährungsweise ist von Mensch zu Mensch verschieden und muss individuell an den Lebensstil angepasst sein. Einfach ein paar Tabletten einwerfen macht keinen Sinn und kann zu Gesundheitlichen Problemen führen. Ob man mit Calcium unterversorgt ist, kann man leicht anhand einer Blutanalyse feststellen. Danach sollte gemeinsam mit dem Arzt oder Heilpraktiker entschieden werden ob die Ernährung angepasst werden kann oder man zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen sollte. Grundsätzlich spricht aber nichts dagegen, die Calciumversorgung durch ein Supplement zu unterstützen, wenn ein Mangel vorliegt.

Wenn Du noch mehr über Minerale erfahren möchtest, schau im Mineralstoff 1×1 rein und erhalte alle wichtigen Informationen rund um Mineralien. Viel Spass!

 

Quellen

[1] Sergey Dorozhkin: Calcium Orthophosphates: Applications in Nature, Biology, and Medicine, 2012, S. 803

[2] Rudolf Schweitzer: Endokrinologie mit Stoffwechsel, 2018, S. 112-114

[3] Rudolf Schweitzer: Verdauungssystem, 2018, S. 65

[4] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/calcium/

[5] https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/calcium/

[6] http://www.vitalstoff-lexikon.de/index.php?PHPSESSID=735d6u03e0mcfhjpffskv9utr7&activeMenuNr=4&menuSet=1&maincatid=170&subcatid=449&mode=showarticle&artid=178&arttitle=Lebensmittel%A0&

[7] Rudolf Schweitzers: Gesetzeskunde, Notfallmedizin und Pharmakologie, 2018, S. 102

[8] Rudolf Schweitzer: Endokrinologie mit Stoffwechsel, 2018, S.124

[9] https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/endokrine-und-metabolischekrankheiten/elektrolytstörungen/hyperkalzämie?query=hyperkalzämie

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.