Geschichte

Vulkan Island: Eisenausfällungen (rötlich), neben Schwefelausfällungen (gelblich) und Kalkausfällungen (weißlich). Lizenz: Wolfgang Sauber / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Bevor wir zu den Themen Eisen: Lebensmittel, Wirkung im Körper und Nahrungsergänzung kommen, schauen wir uns zuerst die durchaus interessante die Geschichte an.

Eisen gehört zu den 7 Metallen der Antike. Bekannt war es seit 4.000 v. Chr. und seit ca.1.400 v. Chr. war es den Menschen möglich es herzustellen. Der Begriff ist von dem althochdeutschen Begriff īsa(r)n abgeleitet. Die weitere Herleitung ist ungeklärt. Es steht für das lateinische Wort ferrum, weshalb es dem Elementsymbol FE zugeordnet ist. Mit der Ordnungszahl 26 steht es in der 8. Nebengruppe des Periodensystems [1].

 

Welche Bedeutung hat Eisen für unseren Körper?

Mit einem Bestand von 3-5g im menschlichen Körper, gehört Eisen zu den Spurenelementen. Ca. 67% sind im Hämoglobin – einem Protein der roten Blutkörper – gebunden und weitere 30% liegen in den Eisenspeichern Ferritin/ Hämosiderin. Die restliche Menge verteilt sich auf Myoglobin, eisenhaltige Enzyme und Transferrin [2]. Für Männer wird eine Zufuhr von 10mg pro Tag empfohlen und für Frauen 15mg. Der erhöhte Bedarf hängt mit der Menstruation zusammen, da Frauen in dieser Zeit erhöhte Eisenverluste haben [3, 4]. Eisen wird über verschiedene Abschnitte im Dünndarm aufgenommen. Danach wird es als Eisenspeicherprotein gespeichert oder ins Plasma übernommen. Im Plasma wird es vom Transferrin gebunden und zu allen Zellen transportiert [6].

Eisen hat in der Regel eine Resorptionsrate von 10% [3]. Das bedeutet, dass Erwachsene 100-150mg täglich zu sich nehmen sollten, um 10-15mg in den Organismus aufzunehmen. Bei reduzierten Eisenspeichern kann der Organismus die Resorptionrate auf bis zu 50% steigern. Bei Blutverlusten wird 0,5g Eisen pro 1ml verloren. Die weitere Ausscheidung erfolgt über das Lösen von Zellen, Schweiß und Urin [6].

 

Wie wirkt Eisen in unserem Körper?

Im menschlichen Körper übernimmt Eisen folgende Funktionen:

  • Eisen wird für den Vorgang der Atmungskette benötigt, welcher ein Teil des Energiestoffwechsel ist
  • Dies hat unter anderen einen Einfluss auf die Bildung von ATP – einem Energieträger – und auf die Körpertemperatur
  • Bekannt ist es oft für den Sauerstofftransport, da es für die Bildung von Hämoglobin wichtig ist, welches den Sauerstoff in die Zellen transportiert [7]

 

Welche Lebensmittel sind besonders eisenreich?

Viel Eisen wird bekanntlich über Fleisch aufgenommen. Mit 2,2mg pro 100g Rindfleisch gibt es jedoch wesentlich bessere pflanzliche Eisenlieferanten. Auf 100g ergibt sich folgende mg Eisen Menge [13]:

Kürbiskerne als natürliche Eisen Quelle

Wie hoch ist der Eisen Tagesbedarf und wovon ist er abhängig?

Die Tagesbedarfsempfehlungen richten sich nach Alter und Geschlecht, Schwangere und Stillende benötigen meistens eine höhere Menge.

 

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Wie entsteht ein Eisenmangel?

Ein Eisenmangel kann durch die geringe Zufuhr durch die Nahrung, der Einahme bestimmter Medikamente und Blutverlust (Menstruation der Frau) oder auch durch Darmerkrankungen entstehen.

Eine verminderte Konzentration von Eisen im Organismus lässt sich in 3 Stadien einteilen [14]:

  1. Speichereisenmangel

Ein Speichereisenmangel liegt vor, wenn der Ferritinwert reduziert ist. Bei Frauen ist der Grenzwert 15ug/ l und bei Männern 20ug/ l. In diesem Stadium weisen die Werte für Hämoglobin und Transferrinsättigung noch keine Abweichung der Sollwerte auf [11].

  1. Stadium Eisendefizitäre Erythropoese/ Funktioneller Eisenmangel

Auch hier sind erniedrigte Ferritinwerte messbar. Zusätzlich ist jedoch die Transferrinsättigung < 20%. Ebenso können die Werte sTfR/ ZPP/ hypochrome Erythrozyten erhöht sein während gleichzeitig das Retikulozytenhämoglobin niedrige Werte aufweist [11].

  1. Stadium Eisenmangelanämie

In diesem Stadium ist das Gesamtkörpereisen reduziert ist. Dies liegt vor, wenn wie in den anderen Stadien beschrieben, die Ferritin- und Transferrinwerte erniedrigt sind und wenn die Konzentration des Hämoglobin bei Frauen < 12g/ dl und bei Männern < 13g/ dl beträgt [9]

 

Was sind typische Symptome eines Eisenmangels?

Sind die Depots aufgebraucht, greift der Körper auf das im Blut befindliche Eisen zurück.

Symptome eines Mangels sind Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Kälteempfindlichkeit, Haarausfall und im fortgeschrittenen Verlauf kann es zu einer Anämie (Blutarmut) führen.

 

Ist eine Überdosierung möglich?

Die übermäßige Zufuhr von Eisentranfusionen/ -präparaten, kann es zu einer höhten Aufnahme von Eisen im Organismus führen. Die Symptome lassen sich mit Schwäche beschreiben. Der Überschuss führt zu einer Ablagerung im Organismus, welches zu Schädigung der Leber und zu einer Herzinsuffizienz führen kann. Diagnostiziert wird es bei einem Ferritinwert > 300ug/ l und einer Transferrinsättigung > 60% [13, 14].

 

Ist eine Nahrungsergänzung mit Eise notwendig?

Nahrungsergänzung, ja oder nein?

Trotz gesunder Ernährung erschöpft und antriebslos? Der Grund hierfür kann ein Eisenmangel sein. Wenn Du dich trotz gesunder Ernährung erschöpft und antriebslos fühlt, solltest man einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen. Einfach ein paar Tabletten einwerfen macht wenig Sinn, da eine Überdosierung zu Problemen führen kann. Stellt ein Arzt oder Heilpraktiker zum Beispiel einen Eisen Mangel anhand eines Blutbildes fest, muss die Ursache gefunden werden. Eine Umstellung der Ernährung oder kurzfristiger Einsatz von Nahrungsergänzung kann bereits helfen.

Nahrungsergänzungsmittel können eine unausgewogene Ernährung aber nicht vollständig ausgleichen. Nur in einzelnen Fällen wie Blutverlust (Menstruation) und bei chronischen Krankheiten, zum Beispiel Darmerkrankungen, kann es zu einem Nährstoffmangel kommen, der mit Ergänzungsmitteln (Supplements) ausgeglichen werden kann.

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Weiteres wissenswertes und Angebote:

Quellen

[1] Peter Watson: Ideen : Eine Kulturgeschichte von der Entdeckung des Feuers bis zur Moderne

[3] Rudolf Schweitzer: Endokrinologie mit Stoffwechsel, 2018, S. 181-190

[6] H.A. Harper, Georg Löffler, Ludwig Weiss, Petro E. Petrides:Physiologische Chemie: Eine Einführung in die medizinische Biochemie für Studierende der Medizin und Ärzte

[7] Rudolf Schweitzer: Basiswissen, 2018, S. 52

[10] Arndt Gresser: Lexikon der Medizinischen Laboratoriumsdiagnostik, 2013, S. 486-487

[11] Matthias Ebert, Nicolai Härtel, Ulrich Wedding Hrsg: Geriatrische Onkologie, 2018,S .90-91

[12] Rudolf Schweitzer: Hämatologie, Immunologie und Mikrobiologie, 2018, S. 59

Online

[2] https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/eisenstoffwechsel/20527

[4] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/

[5] http://www.vitalstoff-lexikon.de/

[8] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/eisen/

[9] https://www.onkopedia.com

[13] https://www.ugb.de

[14] https://www.msdmanuals.

[15] https://www.amboss.com/de/wissen/Hämochromatose

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