Geschichte

Bevor wir zu den Themen Kalium: Lebensmittel, Wirkung im Körper und Senkung kommen, schauen wir uns zuerst die durchaus interessante die Geschichte an.

Kalium stammt von dem arabischen Wort al-qalya ab, was mit Pflanzenasche übersetzt wird. 1807 gelang es dem Chemiker Humphry Davy in London durch Elektrolyse das Element zu gewinnen. Er nannte es Potassium. Da dies die englische Bezeichnung für Pottasche ist, woraus es gewonnen werden kann. In Frankreich und England ist es heute noch die Bezeichnung für Kalium. Der Chemiker Klaproth hatte das Element schon vorher untersucht und dem arabischen Wort al-qalya zugeordnet, weshalb der Name dann übernommen wurde [1]. Das Element K steht mit seiner Ordnungszahl 19 in der 1. Hauptgruppe des Periodensystems.

Physiologische Bedeutung

Mit einem Bedarf von 4.000mg/ Tag ist Kalium der Mineralstoff, welcher der Mensch täglich in der größten Menge benötigt. Im menschlichen Körper befinden sich abhängig vom Gewicht, Geschlecht und Stoffwechsel 100-150g Kalium [2]. Ca. 98% des Kaliums ist in den Zellen vorhanden, während sich 2% im Blut befinden [4]. Bei gesunden Menschen erfolgt die Aufnahme zu 90% im Dünndarm [3] und wird dann über die Niere als Bestanteils des Urins ausgeschieden [6]. Der Restliche Anteil wird über den Schweiß und Stuhl ausgeschieden [5].

Wie wirkt Kalium in unserem Körper?

Im menschlichen Körper übernimmt Kalium folgende Funktionen:

  • Regulierung des Flüssigkeitshaushalts
  • Senkung des Blutdrucks [9]
  • Beteiligung bei der Impulsweiterleitung an Nerven- und Muskelzellen [7]
  • Wichtig für die Herzfunktion und Muskelkontraktion [8]

Welche Lebensmittel sind besonders kaliumreich?

Kalium kann aus zellreichen Quellen wie Fleisch gut aufgenommen. Alternativ können die täglichen

Bedarfe sehr gut durch Bohnen, Nüsse und Avocados bedient werden [11]. Kaliumgehalt in mg pro 100Gramm Lebensmittel [12]:

Avocado als natürliche Kalium Quelle

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Die Tagesbedarfsempfehlungen der DGE richtet sich primär nach dem Alter.

Empfohlene Aufnahme der DGE [10]:

Wie kann ein Kalium Mangel erkannt werden?

Ein Mangel wird als Hypokaliämie bezeichnet und besteht ab einer Serum-Kaliumskonzentration < 3,5 mmol/ l.

Die Ursachen können vielfältig sein. So können Erbrechen, Durchfall, Medikamente oder Nebennierenerkrankungen zu einer erhöhten Ausscheidungsmenge führen. Aber auch ein Mangel an komplementierenden Mineralstoffen oder ein Mangel in der Nahrung kann dazu führen. [10].

Bei größeren Mängeln kann es zu unspezifischen Symptomen wie Schwäche, Zittern, Krämpfe oder Müdigkeit auftreten. In stark Fällen kann es zu Herzrhythmusstörungen und Schäden der Nebennieren führen [13].

Ist eine Kalium Überdosierung möglich?

Von einer Hyperkaliämie wird bei einer Serumskonzentration von > 5,5 mmol/ l gesprochen. Verursacher können hier auch Medikamente, Nierenerkrankungen und die Ernährung sein. Bei leichten Erhöhungen sind selten spezifische Symptome zuerkennen. Im stärkeren Verlauf kann es zu Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall zum Herzstillstand führen [14].

Kalium im Blut zu hoch? Wie könnrn Kalium Werte gesenkt werden?

Zur Vorbeugung eines hohen Kaliumspiegels im Blut (Hyperkaliämie) kann es sinnvoll sein, eine kaliumarme Diät einzuhalten. Die Kaliumzufuhr kann durch spezielle Zubereitungsarten oder Einschränkung einiger Lebensmittel reduziert werden.

Kaliumarme Diät:

Gut gewaschenes Gemüse zum ausschwemmen des Kaliums

Durch bestimmte Maßnahmen beim Kochen bzw. der Aufbereitung kann der Kaliumgehalt von Gemüse verringert werden [15]:

  • Frisches Gemüse vor dem Verzehr in Wasser einlegen. Wasser entzieht dem Gemüse einen Teil des Kaliums. Vor dem Kochen das Wasser nochmal wechseln.
  • Schneide das Gemüse in dünne Scheiben. Somit wird die Oberfläche vergrößert und das Kalium kann herausgewaschen werden.
  • Obst und Gemüse aus Dosen gründlich abspülen und trocknen.
  • Etikett prüfen, um Kaliumgehalt herauszufinden
  • Meide Salzersatzstoffe. Viele ersetzen Natriumchlorid (normales Kochsalz) mit Kaliumchlorid. So etwas sollte vermieden werden. Kräuter- und Gewürzmischungen eher salzfrei verwenden.

Anstelle von Kartoffelprodukten können beispielsweise Reis oder Nudeln als Beilage dienen. Vollkornprodukte enthalten ebenfalls viel Kalium und werden bei hohen Kaliumwerten nicht empfohlen.

Hinweis: Große Portionen von kaliumarmen Lebensmitteln können eine höhere Gesamtaufnahme bewirken als kleine Portionen kaliumreicher Lebensmittel.

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Weiteres wissenswertes:

Quellen

[1] Georg Schwedt: Vom Harz nach Berlin Martin Heinrich Klaproth, S. 110

[2] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-422014/kaliumhaushalt-im-blick/

[3] Rudolf Schweitzer: Verdauungssystem, 2018, S. 65

[4] Rudolf Schweitzer: Herz-Kreislauf-System, 2018, S. 50

[5] American Society for Nutrition. Potassium

[6] https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2005/daz-21-2005/uid-14009

[7] https://www.dge.de/index.php?id=631

[8] https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-422014/kaliumhaushalt-im-blick/

[9] https://www.blutdruckdaten.de/lexikon/kaliumreiche-lebensmittel-gegen-hohenblutdruck.html

[10] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/kalium/

[11] Rudolf Schweitzer: Urologie mit Andrologie, 2018, S. 59

[12] https://vitalinstitut.net/kaliummangel/

[13] https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/endokrine-und-metabolischekrankheiten/elektrolytstörungen/hypokaliämie?query=hypokaliämie

[14] https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/hormon-undstoffwechselerkrankungen/elektrolythaushalt/hyperkaliämie-hoher-kaliumspiegel-im-blut?

[15] https://deximed.de/home/b/endokrinologie-stoffwechsel/patienteninformationen/verschiedene-krankheiten/hoher-kaliumwert-ernaehrung/

 

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