Geschichte

Bevor wir zu den Themen Zink: Überdosierung, Wirkung im Körper und Lebensmittel kommen, schauen wir uns zuerst die durchaus interessante die Geschichte an.

Foto: Zink Mine Skorpion, Namibia Lizenz: Hp.Baumeler / CC BY-SA (https://creativecommons.org /licenses/by-sa/4.0)

Zink wurde im Altertum bereits als Legierung eingesetzt. Historiker und Forscher griffen das Thema sporadisch auf, konnten das Element jedoch nicht rein herstellen. Der Name wurde vor der Herstellung von der zackigen Form von Galmei abgeleitet. 1746 gewann Andreas Sigismund Margraf in Deutschland reines Zink aus Galmei und erkannte es als Element [1]. Mit dem Symbol Zn und der Ordnungszahl 30, ist Zink in der 12 Gruppe des Periodensystems gelistet.

Physiologische Bedeutung

Im menschlichen Organismus befinden sich in Abhängigkeit von Gewicht und Geschlecht 1,5-2,5g Zink [2]. 99% davon ist intrazellulär vorhanden. Anders als bei weiteren Spurenelementen, hat der Organismus keinen Zinkspeicher [3]. Die Zink Aufnahme erfolgt im Dünndarm durch Diffusionsvorgänge und durch Transportvorgänge mit cysteinreichen Proteinen. Die Resorption wird beispielsweise durch Cystein und Zitronensäure gefördert, während pflanzliche Phytinsäure die Aufnahme hemmt [4]. Durchschnittlich werden 20% der zugenommenen Menge resorbiert, womit der Bedarf von 2,2mg täglich gedeckt werden muss. Bei nüchterner Einnahme und der zusätzlichen Einnahme von fördernden Stoffen, kann die Resorptionsrate erhöht werden. Die Ausscheidung erfolgt über Hahn und Stuhl [5].

Wirkung von Zink

Zink kann das Nagelwachstum unterstützen

Im menschlichen Körper übernimmt Zink folgende Funktionen:

  • Zink ist an über 300 Enzymen beteiligt
  • Starker Einfluss auf proliferierenden bzw. wuchernde Systeme wie das Immunsystem, Haut, Haare und Spermien [6]
  • Bestandteil von den Enzym Alkoholdehydrogenase, welches für den Alkoholabbau in der Leber zuständig ist [7]
  • Einfluss auf die Zellteilung und damit auch auf die Wundheilung [2]
  • Mobilisierung einiger Schwermetallen, was zur Ausleitung führt [8]
  • Unterstützung des Eiweiß-, Fett-, und Kohlehydratstoffwechsel [9]

Aufnahme durch die Nahrung

In größeren Mengen kommt Zink in Lebensmitteln wie Fleisch, Nüssen und Vollkorn vor. Vollkornprodukten wird jedoch eine schlechtere Resorptionsrate von Zink zugeordnet [4]. Im folgendem sind noch weitere Produkte mit einer hohen Zink Konzentration gelistet [14, 15, 16]:

Bohnen als natürliche Zink Quelle

Zink Tagesbedarf

Die Tagesbedarfsempfehlungen richten sich nach Alter und Geschlecht, Schwangere und Stillende benötigen meistens eine höhere Menge [10]:

Zink Mangel

Der Referenzwerte für die Serumskonzentration liegen zwischen 0,6 -1,2mg/ l. Die Serumskonzentration unterliegt jedoch, abhängig von der zugeführten Nahrung, starken Schwankungen [11]. Daher sind für die Diagnose zusätzliche Parameter, wie die Ausscheidungsmenge über Urin, im Kontext zu betrachten [12]. Ursachen können eine Niereninsuffizienz, Diabetes Mellitus, chronische Darmentzündungen und eine Mangelernährung sein. Häufig kommen Symptome an Haut und Nägel vor. So kann es sich durch Wundheilungsstörungen, Dermatitis und Nagelwachstumsstörungen bemerkbar machen. Aber auch eine Schwäche des Immunsystems oder psychische Beeinträchtigungen sind möglich [13].

Zink Überdosierung / Nebenwirkungen

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt Erwachsenen eine 25mg nicht dauerhaft zu überschreiten. Die erhöhte Zinkaufnahme kann zu Störungen des Kupferhaushaltes führen, welches sich negativ auf Eisenstoffwechsel auswirkt [15]. Eine Zinkintoxikation kann bei der Zufuhr von immensem Mengen (200-800mg) entstehen. Konsequenzen können dann Durchfall, Erbrechen und auch Nervenschäden sein [17].

Zink Nahrungsergänzung sinnvoll?

Trotz gesunder Ernährung erschöpft und antriebslos? Wenn Du dich trotz gesunder Ernährung erschöpft und antriebslos fühlt, solltest du einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen. Einfach ein paar Zink Tabletten einwerfen macht keinen Sinn. Stellt dieser zum Beispiel einen Zink Mangel fest, muss die Ursache gefunden werden. Die Ernährungsform oder Krankheiten können die Gründe sein.

Nahrungsergänzungsmittel könnten eine unausgewogene Ernährung aber nicht vollständig ausgleichen. Nur bei einseitiger Ernährung, in der Schwangerschaft, im Alter und bei chronischen Krankheiten, zum Beispiel Morbus Crohn oder schweren Entzündungen, kann es zu einem Nährstoffmangel kommen, der mit Ergänzungsmitteln (Supplements) ausgeglichen werden kann. Es gibt eine Vielzahl an hochwertigen Produkten am Markt.

Wenn dir der Beitrag über Zink: Funktion, Bedarf und Lebensmittel gefallen hat,  schau dir weitere Beiträge an. Z.B. über Eisen und Vitamin C!

Wie ist deine Meinung zum Thema Zink?
Bist du gut versorgt, hast du dich mit dem Thema schon beschäftigt? Erzähl uns deine Erfahrung in den Kommentaren!


Weiters wissenswertes und Angebote:

 

Quellen:

[1] Uwe Ocken: Die Entdeckung der Chemischen Elemente und die Etymologie ihrer Namen,S. 30-307, 2017, 3. Auflage

[2] Rudolf Schweitzers: Endokrinologie mit Stoffwechsel, 2018, S. 190

[3] Rudolf Schweitzers: Endokrinologie mit Stoffwechsel, 2018, S. 193

[4] Rudolf Schweitzers: Endokrinologie mit Stoffwechsel, 2018, S. 191

[5] Volker Pudel, Manfred J. Müller, Leitfaden der Ernährungsmedizin: Ein Leitfaden für die Praxis, 2013, S. 181

[6| Lothar Rink, Andrea Kruse, Hajo Haase: Immunologie für Einsteiger, 2012, S. 256

[7] Rudolf Schweitzer: Basiswissen, 2018, S. 77

[8]Rudolf Schweitzer: Gesetzeskunde, Notfallmedizin und Pharmakologie, 2018, S. 188

[9] http://www.vitalstoff-lexikon.de/index.php?PHPSESSID=166c4sif3ujn4vi2t8vk6172h2&maincatid=171&subcatid=452&mode=showarticle&artid=125&arttitle=Funktionen&

[10] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/zink/

[11] Dr. N. Schaenzler, Dr. MED. P. W. Bieger: Laborwerte Alles über Normbereiche, Befunde und Co. 2016, S.181

[12] MSD Sharp & Dohme GmbH (Haar): Das MSD Manual, Auflage 7, 2007, S.64

[13] Rudolf Schweitzers: Endokrinologie mit Stoffwechsel, 2018, S. 192

[14] Hartmut Dunkelberg, Thomas Gebel, Andrea Hartwig: Vitamine und Spurenelemente: Bedarf, Mangel, Hypervitaminosen und Nahrungsergänzung, 2012, S. 288

[15] https://www.dge.de/wissenschaft/weitere-publikationen/faqs/zink/

[16] http://www.vitalstoff-lexikon.de/index.php?PHPSESSID=735d6u03e0mcfhjpffskv9utr7&activeMenuNr=5&menuSet=1&maincatid=171&subcatid=452&mode=showarticle&artid=548&arttitle=Lebensmittel&

[17] https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/ernährungsbedingtestörungen/mineralstoffmangel-und-intoxikation/zink?query=Zink

 

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