Geschichte

Foto: Elmer Verner McCollum
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Die Entdeckung von Vitamin A hatte Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Ursprung. Man untersuchte man den Einfluss unterschiedlicher Ernährungsformen auf das Wachstum von Säugetieren wie Ratten und Mäuse. 1912 wurde von Gowland Hopkins entdeckt, dass ein Mangel essentieller Verbindungen, die er „accessory food factors“ nannte, zu erheblichen Wachstumsstörungen führte. Er vermutete einen Zusammenhang zwischen der Unterversorgung mit diesen Stoffen und ähnlichen Gesundheitsproblemen auch beim Menschen, untersuchte dies aber nicht weiter.

1913 wurde durch Elmer McCollum das fettlösliche Retinol isoliert. 1916 führte McCollum die Kategorisierung von Vitaminen nach Buchstaben ein, in der er Retinol zunächst als „Fat-Soluble Factor A“ bezeichnete. 1920 wurde der Name dann zu „Vitamin A“, unter Verwendung des von Casimir Funk geprägten Begriffes („Vital-Amin“).

Physiologische Bedeutung

Bevor wir zu dem Themen Vitamin A: Funktion, Bedarf und Lebensmittel kommen, sollten wir uns zuerst die physiologische Bedeutung anschauen. Das Vitamin wird teilweise mit der Nahrung aufgenommen oder aus Carotinen (Provitaminen) gebildet [1]. Provitamine sind Vorstufen von Vitamin A, die der Körper in Vitamin A umwandeln kann. Zu ihnen gehört beispielsweise Beta-Carotin [2].

Beim Menschen zählt man Retinal, Retinol, Retinsäuren und Retinylpalmitat als Vitamin A sowie 3-Dehydroretinol einschließlich des Aldehyds. Provitamin A (Carotine), Retinylpalmitat und Retinol werden mit der Nahrung aufgenommen. Obwohl die Carotine in den meisten Gewebetypen zu Vitamin A umgesetzt werden können, findet der Großteil dieser Umwandlung in Darmzellen statt [3]. Danach wird das Vitamin über die Lymphe in die Leber und das Blut transportiert. Hier befindet sich auch der Hauptspeicher. Vitamin D wird nahezu ungehindert aufgenommen [8]. Die Genetik des Menschen ist jedoch entscheidend bei der Resorption von Beta Carotin. Nur 3 % oder weniger der aufgenommenen Carotine werden absorbiert, die Umwandlung beträgt dann bei manchen Pflanzen nur einen Faktor von 28:1 Betacarotin zu Retinol [9].

Funktion von Vitamin A

Im menschlichen Körper übernimmt das Vitamin A folgende Funktionen:

  • Retinol erhält gesunde Nervenzellen in den peripheren Nervenbahnen, im Gehirn und im Rückenmark.
  • Retinol fördert entscheidend die Bildung neuer Erythrozyten und erleichtert den Einbau des Eisens.
  • Es ist an der Proteinsynthese und beim Fettstoffwechsel in der Leber beteiligt, so dass eine proteinreiche Nahrung zu einem Mangel des Vitamins führen kann. Auch bei erhöhtem Stress erhöht sich der Vitamin-A-Bedarf, da Stress den Proteinbedarf erhöht.
  • Das Vitamin spielt eine zentrale Rolle für die Struktur und Gesundheit dieser Gewebe, da es ein normales Zellwachstum nicht nur der Haut, sondern auch der Wände der Atem-, Verdauungs- und Harnwege gewährleistet. Des Weiteren beugt es DNA-Schäden in Hautzellen vor, trägt zu deren Reparatur bei und normalisiert die Hautfunktionen, beispielsweise gesunde Zellteilung der Keratinozyten (→ Epidermis).
  • Es ist an der Ossifikation, der Knochenbildung und Knochenheilung beteiligt.
  • Die Vitamin-A-Säure (All-trans-Retinsäure) bzw. ihr Salz, das Retinat, ist ein wichtiger Wachstumsfaktor für Nervenzellen während der Embryonalentwicklung. Es wird von Zellen des Primitivknotens ausgeschüttet und ist beteiligt an der Ausbildung der Längsachse (Vorn-hinten-Orientierung) des Embryos. Nervenzellen wandern entlang des Konzentrationsgradienten der Retinsäure.
  • Zum einen erhöht Retinol die Widerstandsfähigkeit gegenüber Infektionen, da Vitamin A Haut und Schleimhäute gesund hält und somit wirkungsvolle Barrieren gegen Bakterien, Viren und Parasiten unterstützt. Des Weiteren erhöhen Retinol und Beta-Carotin Wirksamkeit und Zahl der weißen Blutkörperchen und erleichtern zusätzlich die Produktion von Antikörpern. Schon ein leichter Mangel erhöht das Risiko, an Lungenentzündung zu erkranken oder Durchfall zu bekommen, um das Zwei- bis Dreifache.

Vitamin A-reiche Lebensmittel

In pflanzlichen Lebensmitteln kommt es nur in Form der Vitamin-A-Vorstufe Provitamin A (Beta-Carotin) vor. Im Körper wird Provitamin A je nach Bedarf umgewandelt. Grundsätzlich sind in den meisten roten, orangenen oder dunkelgrünen Früchten reichlich Carotinoide enthalten. Den höchsten Gehalt haben Süßkartoffeln und Karotten. Aber auch Grünkohl und anderes dunkelgrünes Blattgemüse, Fenchel, Paprika und Aprikosen sind gute Provitamin-A-Quellen. Retinol aus tierischen Quellen kann vom Körper unmittelbar verwertet werden. Der höchsten Vitamin-A-Gehalt in Lebensmitteln hat Fisch. Auch in Chili und Milchprodukten ist es enthalten [4].

Vitamin A Gehalt in µg pro 100Gramm Lebensmittel [7]:

Süßkartoffel als natürliche Vitamin A Quelle

Vitamin A Tagesbedarf

Die Tagesbedarfsempfehlungen richten sich nach Alter und Geschlecht, Schwangere und Stillende benötigen meistens eine höhere Menge [5]:

Vitamin A Mangel

Bei Mangel an Vitamin A kommt es zu erhöhter Infektionsanfälligkeit, Trockenheit der Haut, Haare, Nägel und Augen („Augendarre“), Haarausfall, Nachtblindheit, verringerter Sehschärfe, erhöhter Lichtempfindlichkeit, Keratomalazie, Eisenmangel, erhöhter Gefahr einer arteriosklerotischen Herzerkrankung, erhöhtem Krebsrisiko in Organen mit Schleimhäuten, erhöhtem Risiko für Nierensteine aufgrund erhöhter Calciumausscheidung, Fruchtbarkeitsstörungen, beeinträchtigtem Geruchssinn, Tastsinn und Appetit, Müdigkeit und Wachstumsstörungen wie z. B. Störungen des Knochenwachstums im Kindesalter.

Überdosierung möglich?

Eine (längere) Überversorgung mit Vitamin A kann zu Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, erhöhtem Hirndruck (Pseudotumor cerebri), Abnahme der Knochengewebsdichte (Osteoporose), Vergrößerung von Leber und Milz, Verringerung der Schilddrüsentätigkeit und schmerzhaften Wucherungen der Knochenhaut führen. Bei Gesunden, nicht Schwangeren können höhere Einmaldosen als unbedenklich angesehen werden, während wiederholt höhere Dosen die Gefahr einer Intoxikation in sich tragen. Für Tagesdosen ab 7,5 mg (= 25.000 IE) aufwärts und mehrjährige Zufuhr wurden Fälle von Leberzirrhose beschrieben, teilweise mit Todesfolge [6].

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Nahrungsergänzung sinnvoll? Bild: Julia Teichmann – CBD-Infos.com

Auch wir sind der Meinung, dass Nahrungsergänzungsmittel keine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ersetzen kann. Doch die perfekte Ernährungsweise ist von Mensch zu Mensch verschieden und muss individuell an den Lebensstil angepasst sein. Vitamin A ist für den Menschen unverzichtbar und kann bei einem Mangel zu ernsten Problemen führen. Ob man selbst Vitamin A unterversorgt ist, kann man leicht anhand einer Blutanalyse feststellen. Danach sollte gemeinsam mit dem Arzt oder Heilpraktiker entschieden werden ob die Ernährung angepasst werden kann oder man zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen sollte. Gerade bei Vitamin A sollte man aufpassen, dass man mit Nahrungsergänzungen nicht überdosiert.

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Weiters wissenswertes und Angebote:

 

Quellen:
[1] Schweigert FJ, Raila J, Wichert B, Kienzle E: Cats absorb beta-carotene, but it is not converted to vitaminA. In: J. Nutr.. 132, Nr. 6 Suppl 2, Juni 2002, S. 1610S–2S. PMID 12042471.
[2] https://www.apotheken-umschau.de/Ernaehrung/Vitamin-A-Retinol-169709.html[3] Blomhoff R, Green MH, Green JB, Berg T, Norum KR: VitaminA metabolism: new perspectives on absorption, transport, and storage. In: Physiol. Rev.. 71, Nr. 4, Oktober 1991, S. 951–90. PMID 1924551.[4] https://www.smarticular.net/vitamin-a-retinol-funktion-quellen-lebensmittel/[5] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-a-b-carotin/

[6] A. P. Geubel, C. De Galocsy, N. Alves, J. Rahier, C. Dive: Liver damage caused by therapeutic vitaminA administration: estimate of dose-related toxicity in 41 cases. In: Gastroenterology.1991 Jun;100(6):1701-9.

[7] https://lebensmittel-naehrstoffe.de/lebensmittel-mit-vitamin-a/

[8] https://projekte.uni-hohenheim.de/wwwin140/vitamine/vitamin_a.htm

[9] Sarah Ballantyne: Genes to Know About: VitaminA Conversion Genes

 

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