Geschichte

Szent-Györgyi
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1921 wurde das Vitamin erstmals durch eine Mischung aus Orangensaft und Weißkohl isolierten Substanzen dem Menschen verabreicht, wodurch die Seekrankheit Skorbut geheilt wurde [1]. Zwischen 1928 und 1934 gelang es Szent-Györgyi und Joseph L. Svirberly durch weitere Versuche die heilende Substanz zu isolieren. Im Jahr 1931 wurde aus Zitronensaft die sogenannte Hexurensäure isoliert. Im Jahr 1933 wurde der Name auf L-Ascorbinsäure geändert. Dieser Name wird bis heute verwendet. [2] Vitamin C wird zudem als Konservierungsmittel für Lebensmittel verwendet. Auch im Pharmabereich wird Vitamin C aufgrund seiner antioxidativen Wirkung als Konservierungsstoff verwendet.

Physiologische Bedeutung

Ascorbinsäure vermag einzelne Elektronen, z.B. aus Radikalen, aufzunehmen und unschädlich zu machen. Diese Schutzwirkung entfaltet das Vitamin auch in Nahrungsmitteln. Desweiteren ist Vitamin C ein wichtiges Coenzym für die Biosynthese von Proteinen. Weiterhin begünstigt Vitamin C die Produktion von L-Carnitin. Der Transportweg von Vitamin C erfolgt über Enterozytzellen des Darmes. Wie es von dort in den Blutstrom gelangt, ist noch nicht vollständig geklärt [17]. Die Bioverfügbarkeit nimmt bei oraler Einnahme mit steigender Einzeldosis stark ab. 200 mg werden noch nahezu vollständig aufgenommen [4]. Aus diesem Grund ist es sinnvoller, mehrere Einzeldosen mit je 200mg über den Tag verteilt zu sich zu nehmen, als einmalig größerer Mengen.

Welche Funktion hat Vitamin C?

Vitamin C ist ein wichtiges Antioxidans im wässrigen Milieu unseres Körpers. Es vor allem für folgende Funktionen verantwortlich:

  • Es fängt insbesondere toxische Sauerstoffradikale, wie Superoxid, Wasserstoffperoxid, Singulett-Sauerstoff sowie Hydroxyl- und Peroxylradikale, ab. So wird deren Eindringen in das Lipidsystem und damit die Lipidperoxidation verhindert [12, 13].
  • Es stellt den Cofaktor bei der Kollagenbiosynthese dar. Vitamin C ist demzufolge für die Wundheilung, Narbenbildung und das Wachstum von Knochen und Knorpel mitverantwortlich [13].
  • L-Ascorbinsäure ist bei der Überführung von Folsäure in die aktive Form –Tetrahydrofolsäure – beteiligt und schützt das B-Vitamin vor Oxidation [14, 15].
  • Des Weiteren ist Vitamin C für den Stoffwechsel verschiedener Aminosäuren, wie Tryptophan, Serotonin und Tyrosin, erforderlich [12, 13, 15].
  • Es unterstützt bei der Aufnahme von Eisen[16].

Vitamin-C-reiche Lebensmittel

In der Nahrung kommt Vitamin C vor allem in Gemüse, Obst und Zitrusfrüchten vor.Vitamin-C in Lebensmitteln je 100 g [8, 9, 10]:

Hagebutte mit reichlich Vitamin C

 

 

 

Maximale Tagesdosis

Für einen Erwachsenen werden von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bis zu 110 mg/Tag empfohlen [3]. Die Tagesbedarfsempfehlungen richten sich jedoch nach Alter und Geschlecht. Stillende benötigen meistens eine höhere Menge [11]:

Mangelerscheinungen durch zu wenig Vitamin C?

Da der Mensch als einer der wenigen Lebewesen nicht in der Lage ist Vitamin C selbst zu produzieren, kann ein Mangel zu der Krankheit Skorbut führen. Ein Mangel ist Anfangs nur schwer erkennbar. Mangelerscheinungen sind meist Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungseinbußen, erhöhte Reizbarkeit, Muskelschwäche, Gelenkbeschwerden und Gliederschmerzen (insbesondere in den Waden) [18].

Wer ist von einem Vitamin C Mangel betroffen?

Wichtigste Ursache von Vitamin-C-Mangel sind einseitige Ernährungsformen, die auf frische Lebensmittel verzichten. Eine andere wichtige Ursache ist ein erhöhter Bedarf, wie er unter den folgenden Umständen auftritt [19]:

  • Schwere körperliche Arbeit
  • Krebserkrankungen
  • Antibiotikabehandlung, Chemotherapien und Bestrahlung
  • Infektionserkrankungen
  • Leistungssport
  • Alkoholmissbrauch
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Raucher

Überdosierung möglich?

Eine Überdosierung durch Vitamin C ist unter normalen Umständen nicht möglich, da der Körper Überschüsse über die Nieren ausscheidet.Jedoch gibt es Studien die belegen, dass ab  etwa 1 g pro Tag  die Oxalat- und die Harnsäure-Konzentrationen im Urin steigen [5]. Da ein Teil der Ascorbinsäure im Stoffwechsel zu Oxalsäure umgesetzt wird, besteht bei entsprechend disponierten Menschen prinzipiell ein erhöhtes Risiko für Calciumoxalat-Nierensteine (CaC2O4) [6]. Hohe orale Einzeldosen können zu Durchfall führen. Die Dosis variiert von Person zu Person, wird mit etwa 5–15 g (1–3 gehäufte Teelöffel) für eine gesunde Person angegeben [7].

Wir hoffen, dass Dir der Beitrag Vitamin C: Funktion, Bedarf und Lebensmittel einige neue Aspekte aufgezeigt hat und Du Dich bereichern konntest. Schau gerne bei den Mineralstoffen rein und erfahre warum Kalium für den Organismus wichtig ist!

Die große Vitamin C Lüge

Lebensmittel oder Nahrungsergänzung?

Über kein anderes Vitamin wird so oft in den Medien berichtet wie über Vitamin C. Das es für den Menschen unverzichtbar ist, wurde seit langem bewiesen. Für viele „Fachleute“ gelten „diese Mittelchen“ jedoch als schädlich und: sie „nützen nur denen, die sie herstellen“, sodass die Pharmaindustrie den Menschen nur einredet, dass Vitaminpräparate helfen würden. Also alles doch nur eine Lüge?

Ein Einreden der Industrie ist ausdrücklich verboten und darüber hinaus ist auf den Nahrungsergänzungsmitteln der Hinweis verpflichtend, dass die Produkte „nicht als Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verwendet werden sollten“.

Und das ist auch gut so und richtig. In Bezug auf die Versorgungslage mit Vitaminen in Deutschland sei auf die Ergebnisse der Nationalen Verzehrstudie NVS II verwiesen. Der entsprechenden Publikation kann entnommen werden, dass sehr wohl Teile der Gesamtbevölkerung, die von der DGE gesetzten Referenzwerte für die Zufuhr nicht erreichen und dies selbst dann nicht, wenn die Aufnahme über Supplemente miteinbezogen wird.

Lebensmittel oder Nahrungsergänung?

Auch wir sind der Meinung, dass Nahrungsergänzungsmittel keine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung ersetzen kann. Doch die perfekte Ernährungsweise ist von Mensch zu Mensch verschieden und muss individuell an den Lebensstil angepasst sein. Ob man selbst Vitamin unterversorgt ist, kann man leicht anhand einer Blutanalyse feststellen. Danach sollte gemeinsam mit dem Arzt oder Heilpraktiker entschieden werden ob die Ernährung angepasst werden kann oder man zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen sollte.

Fazit:

Die Bedeutung für den Menschen von Vitamin C sind weitestgehend erforscht. Die Meinungen bei zusätzlicher Supplementation gehen trotzdem stark auseinander, sodass schlussendlich der eigene Praxistest am sinnvollsten ist. Legal im Markt gehandelte Nahrungsergänzungsmittel sind sicher und auch bei langfristigem Verzehr nicht gesundheitsgefährdend, sodass Du dich gern ausprobieren darfst. Lass dich jedoch am besten von deinem Arzt oder Heilpraktiker beraten wie deine Ernährung langfristig für Dich und Deinen Lebensstil optimal ist.

Wenn Du noch mehr über Vitamine erfahren möchtest, schau im Vitamin ABC rein und erhalte alle wichtigen Informationen rund um Vitamine. Viel Spass!


Weiteres wissenswertes und Angebote:

 

 

Quellen:

[1] A. Harden und S. S. Zilva: The Antiscorbutic Factor in Lemon Juice. In: The Biochemical Journal. 1918, Nr. 12, S. 259–269; [2] J. L. Svirbely und A. Szent-Gyorgyi: The Chemical Nature Of VitaminC. In: The Biochemical Journal. 1933, Nr. 27, S. 279–285; [3] DGE: Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: VitaminC, gültig für den Bereich D-A-CH, Stand 2008. [4] M. Levine, C. Conry-Cantilena, Y. Wang, R. W. Welch, P. W. Washko u. a.: VitaminC pharmacokinetics in healthy volunteers: evidence for a recommended dietary allowance. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. 1996, 93, S. 3704–3709 [5] M. Levine u. a.: VitaminC pharmacokinetics in healthy volunteers: evidence for a recommended dietary allowance. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 93, Nr. 8, 1996, S. 3704–3709, PMID 8623000, PMC 39676 [6] M. Zimmermann, C. Erbacher-von Grumbkow (Übers.): Burgersteins Mikronährstoffe in der Medizin: Prävention und Therapie. Ein Kompendium. 3. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2003, ISBN 978-3-8304-7162-2, S. 237

[8] Wilhelm Friedrich: Vitamins. Gruyter 1988. ISBN 978-3-11-010244-4; S.949. [10] Gerhard G. Habermehl, Peter E. Hammann, Hans C. Krebs, W. Ternes: Naturstoffchemie: Eine Einführung. Springer Verlag Berlin, 3. vollst. überarb. u. erw. Auflage 2008, ISBN 978-3-540-73732-2, S. 666. [12] Dietl H, Ohlenschläger G: Handbuch der Orthomolekularen Medizin. 81-82, Karl F. Haug Fachbuchverlag; September 2004 [13] Leitzmann C, Müller C, Michel P, Brehme U, Hahn A, Laube H: Ernährung in Prävention und Therapie. 53, 93, Hippokrates Verlag in MVS Medizinverlage [14] Biesalski HK, Fürst P, Kasper H, Kluthe R, Pölert W, Puchstein Ch, Stähelin HB: Ernährungsmedizin. 143-147, Georg Thieme Verlag, Stuttgart 1999 [15] Schmidt E, Schmidt N: Leitfaden Mikronährstoffe. 124-132, 142-146, Urban & Fischer Verlag; München, Februar 2004

Online:

[7] https://web.archive.org/web/20130428083244/http://www.orthomed.com/titrate.htm [9] https://www.naehrwertrechner.de/naehrwerte/G261000/Brennnessel

[11] https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-c/ [16] https://fet-ev.eu/vitamin-c/ [17] John X. Wilson: The physiological role of dehydroascorbic acid. In: FEBS Letters. Band 527, Nr. 1–3, 11. August 2002, S. 5–9, [18] https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/vitamin-c-mangel-skorbut [19] https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/vitamin-c-mangel-skorbut

 

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